Das Naherholungsgebiet Lampertsborn

Wenn man den Quellenweg entlang, durch die Rote Hohle geht, gelangt man in das größte Quellengebiet der Fambacher Flur, dem „Lampertsborn“ (Brunnen an der Landwehr). Dieses Quellengebiet war im 17. und 18. Jahrhundert der größte Wasserlieferant für den Ort Fambach. Rechts vom Fahrweg befindet sich die Hauptquelle. Von der Quelle aus wurde das Wasser durch Holzrohre in den Ort geleitet und die von der Gemeinde aufgestellten Ortstrogbrunnen mit Wasser versorgt. Die Holzrohre wurden etwa Ende des 18. Jahrhundert durch Eisenrohre ersetzt. Mit dem Bau der Wasserleitung im Jahre 1923 erübrigten sich im Dorf die Steintröge und Dorfbrunnen. 

Infolge reger Bautätigkeiten in den 20-er und 30-er Jahren sowie durch den Zuwachs der Dorfbevölkerung und durch den späteren Anschluss des Trusetalwerkes und der LPG stieg der Wasserverbrauch enorm an. Das Quellwasser reichte nicht mehr aus und es musste nach anderen Lösungsmöglichkeiten gesucht werden. 

Als in den Jahren 1933 – 1940  die Baufirma Heinrich Wingeß den Steinbruch wieder in Betrieb nahm und dazu eine Steinsägerei anlegte, zu der viel Wasser gebraucht wurde, benutzte man die Quelle als Wasserlieferant. Sie diente ebenfalls als Trinkwasser für die Beschäftigten der Firma.

  

Seit alten Zeiten wurde der Flachsanbau in Fambach betrieben. Er diente einerseits der Ölherstellung. Aus den Samen wurde Öl gepresst, was in der Ölmühle geschah. Weiterhin wurde aus dem Flachs auch Leinen hergestellt. Die Quelle links vom Fahrweg wurde vom 17. – 19. Jahrhundert hauptsächlich für die Flachsrösterei, die am Wassergraben entlang angelegt war, verwendet. Der Flachs wurde in größere Bündel zusammengebunden und in die Röste gebracht, mit Brettern und Steinen so beschwert, dass er immer unter dem Wasserspiegel bliebt, damit das Stroh verfaulte. Dies dauerte etwa 3 bis 4 Wochen. Die Röste war eine an einem Wasserlauf gelegene vier- oder rechteckige Vertiefung von ca. einem halben Meter Tiefe. Sie hatte einen Zu- und Ablauf. Solche Rösten gab es im hier im Lampertsborn und im Eichlich. Wenn das Stroh genügend verfault war, wurde der Flachs aus dem Wasser genommen und dünn auf der Wiese zum Trocknen ausgebreitet. Je nach dem Wetter musste er zwei- bis dreimal umgewendet werden. Dann wurde er wieder zu Bündeln zusammengebunden und nach Hause gefahren. Im Spätherbst wurde der Flachs meist nach dem Brotbacken in den noch warmen Backofen zur vollständigen Austrocknung gesteckt. Dann wurde er in der Scheune gebrochen, es folge ein Arbeitsgang am Schwingstock und anschließend musste der Flachs gehechelt werden. Der so entstandene Feinflachs wurde zu Schnecken zusammengeknotet und auf einen Stab gerollt, der auf dem Spinnrad als Spinnrocken aufgesteckt wurde, um von Frauen und Mädchen in den sog. Spinnstuben versponnen wurde. Von den vollen Spulen der Spinnräder wurde der gesponnene Flachs auf die Weife abgerollt und zu Zospeln aufbereitet. Die Zospeln wurden nun noch mal tüchtig gewaschen, dann auf Knäule gewickelt und nun zum Leinenweber gebracht. Aus dem fertigen Leinentuch stellten die Frauen Hemden und Bettzeug her. Ein Teil wurde beim Färber blau gefärbt, um Schürzen und Kittel daraus anzufertigen. Der Flachsanbau und seine Verarbeitung war eine mühevolle Arbeit, die sich über das ganze Jahr hinzog.